Reisetipp: Gardasee und Valsugana

Unsere Kunden und Reisemobil-Experten Monika und Günter Ultes konnten nach einer langen Reisepause endlich wieder verreisen und waren im Sommer am Gardasee und im Valsugana. Freuen Sie sich über einige Tipps und einen schönen Reisebericht über Italien.

„Der letzte Reisebericht, den ich in diesem Format Anfang November 2019 geschrieben habe, endete mit den beiden Sätzen: “Jetzt läuft die Planung für die nächste große Frühsommer-Tour. Es geht wieder nordwärts. Mehr wird noch nicht verraten.“ Und dann kam alles anders. Schottland muss warten, Nordskandinavien ebenso.

Trotz Corona waren wir im letzten Jahr dann doch noch unterwegs, zuerst im östlichen Chiemgau, dem Rupertiwinkel, im Herbst dann in der Steiermark und anschließend noch am Main und in Südbaden. Das war schön, fühlte sich aber doch immer wieder nach angezogener Handbremse an. Irgendwie habe ich dann auch nicht die Kurve gekriegt, über diese Reisen zu berichten. Das werde ich hiermit wieder ändern.

Anfang 2021 hatten wir noch die leise Hoffnung, vielleicht doch nach Norwegen fahren zu können, aber da hat uns der Lauf der Ereignisse erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach immer neuen Restriktionen und Verzögerungen bei deren Lockerung, sind wir nach dem Ende der Pfingstferien nach Süden gestartet. Zur „Wiedereingewöhnung“ haben wir uns die vertrauten Gestade des Gardasees und das Valsugana im Trentino ausgesucht.

Sonntag, 06. Juni - Camping Fossalta (https://www.campingfossalta.de/) ist ein familiär geführter, gepflegter und ruhiger Platz - genau das Richtige für uns. Der Sonnenuntergang ist hier ebenso schön wie nebenan auf dem Piano di Clodia. Hier faulenzen wir im Wechsel mit kürzeren und längeren Radtouren 12 Tage lang. In den ersten Tagen ist das Wetter noch ein wenig durchwachsen, aber warm, und es bessert sich zunehmend. Wir unternehmen ein paar kürzere Eisdielen- und Shoppingtouren und genießen ansonsten die zumindest bis zu einem gewissen Grad wieder gewonnene Freiheit des Campinglebens.

Freitag, 11. Juni – Verona steht heute auf dem Programm. Mit den Fahrrädern waren wir dort noch nie. Ich habe eine Tour ausgekundschaftet, die überwiegend auf Radwegen an diversen Kanälen entlang und auf Nebensträßchen bis mitten ins Zentrum der Stadt führt. Wir „parken“ unsere E-Bikes direkt gegenüber der Arena und starten unseren Rundgang.

Es ist schon gewöhnungsbedürftig, als Maskierter unter Maskierten durch die Stadt zu bummeln. Und es fällt auch deutlich auf, dass vor allem die asiatischen und amerikanischen Touristen noch nicht wieder da sind. So leer war es bei unserem letzten Besuch Mitte Oktober 2015 – im Regen.

Während wir flanieren und eine Pizza genießen, zieht das „tägliche Gewitter“ auf und wir müssen die Regenjacken auspacken. Beim "Wandern" von Geschäft zu Geschäft wandern ein paar Mitbringsel in unsere Rucksäcke. Am Abend eröffnet Italien gegen die Türkei die Fußball-EM mit einem 3:0 Sieg.

Sonntag, 14.06. - Am Samstag war Einkaufstag, am Sonntag Ruhetag. Dafür haben wir uns heute etwas Besonderes vorgenommen. Wir wollen die Südseite des Sees komplett umrunden und auf der Westseite bis Salo hochfahren. Von dort aus soll es mit dem Schiff wieder auf die Ostseite gehen. Um 6 Uhr stehen wir schon auf und sind kurz vor 7 auf den Rädern. Da es inzwischen richtig sommerlich geworden ist, bewährt sich mal wieder unser Frühstart-Konzept. Um diese Zeit haben wir den See noch (fast) für uns alleine. In Desenzano del Garda genehmigen wir uns ein italienisches Frühstück. Gleich danach erreichen wir die deutlich hügeligere Südwestseite des Sees. Besonders schön ist es auf dem Rocca di Manerba, einem über 200 m hohen Felsen direkt am See mit einer traumhaften Aussicht. Unser Zielort Salo gefällt uns ausgesprochen gut. Obwohl das Städtchen recht lebhaft ist, haben wir den Eindruck, dass auf dieser Seite des Sees etwas weniger los ist als in Lazise, Bardolino oder Garda.

Die Schiffspassage zurück zur Ostseite klappt problemlos, vom Ticketkauf vor Ort über das pünktliche Einschiffen bis hin zur Fahrt selbst. Sogar das Wetter spielt mit und vom Hafen in Lazise radeln wir in wenigen Minuten über den neu ausgebauten Radweg zurück zum Campingplatz.

Dienstag, 15. Juni – Kurzerhand entscheiden wir uns, noch ein paar Tage auf der anderen Seite des Sees dranzuhängen, wo es uns gestern so gut gefallen hat. Auf dem Campingplatz Savinos Boutique finden wir einen Platz, der zwar sehr knapp bemessen ist, aber einen traumhaften Blick auf den See und zum Rocca di Manerba bietet. Auch das Wasser des Sees ist hier nicht so "benzinverseucht" wie am Ostufer. Am Abend verliert die deutsche Nationalmannschaft 0:1 gegen Frankreich.

Mittwoch, 16. Juni - Heute stehen wir wieder früh auf und starten zu einer längeren Radtour. Zuerst fahren wir nach Westen Richtung Brescia, dann am Fluss Chiese nach Norden, biegen hinter Gavardo wieder nach Osten ab und landen - wieder in Salo. Nach einem Eisbecher im schon bekannten Café geht es durch die bereits vertraute Landschaft zum Campingplatz zurück. Nachmittags besuchen wir noch zwei Ölmühlen und füllen unsere Olivenöl-Vorräte auf – direkt beim Erzeuger.

Donnerstag, 17. Juni – Unser letzter Tag am Gardasee. Wieder geht es früh los. Leider lässt uns Komoot, unser Routenplaner, im Stich. Die geplante Tour erweist sich als landschaftlich sehr schön, aber passagenweise nicht fahrbar. Wieder am Platz sind wir total verschwitzt und k.o.. Ein Bad im See und ein schönes spätes Frühstück richten uns wieder auf. Wir packen, morgen geht’s in das Valsugana.

Samstag, 19.Juni – Gestern sind wir zum Camping Mario Village am Lago di Caldonazzo im Valsugana umgezogen. Um 7 Uhr sitzen wir heute wieder auf den Rädern. Wir haben etwas ganz Besonderes vor. Über den Kaiserjägerweg, eine spektakulär in den Fels gebaute und inzwischen asphaltierte Militärstraße aus dem 1. Weltkrieg, radeln wir zum Monte Rovere und weiter über den Passo Vezzena Richtung Cima Vezzena. Am Ende der schmalen Asphaltstraße lassen wir die Räder stehen und wandern durch eine wunderschöne Wiesenlandschaft Richtung Gipfel.

Der Wanderführer hat nicht übertrieben. Die Szenerie hier oben am Gipfelaufbau aus Beton, den Überresten des Forte Spitz aus dem ersten Weltkrieg, ist tatsächlich atemberaubend. Eine Aussichtskanzel par excellence mit gruseligem geschichtlichem Hintergrund - wirklich einmalig."